Stress bewältigen

Stress bewältigen

Der Begriff Stress ist heute ausschließlich negativ besetzt.

Dabei ist natürlicher Stress nichts Schlechtes, sondern sogar eine Grundvoraussetzung für jedes Erbringen von Leistungen.

Wir erleben diesen natürlichen Stress bei der Arbeit, wenn wir uns von einer Aufgabe herausgefordert fühlen und hochmotiviert an die Sache herangehen.

Diese Form von positiven Stress heißt „Eustress“ (von der griech. Vorsilbe „eu“ = „wohl, gut, richtig, leicht“).

Ein bestimmtes Maß an Eustress gehört zu einem erfüllten Leben sogar dazu.

Negativen Stress bewältigen

Das große Problem unserer heutigen hektischen und hochtechnisierten Welt ist die beständige Zunahme von negativen Stress.

Diese Art von Stress heißt auch „Disstress“ (von der griech. Vorsilbe „dys“ = „miss-, schlecht“).

Disstress entsteht oft bereits dadurch, dass ständig Sinnesreize auf uns einprasseln, die unsere evolutionär bedingten Strategien von Flucht oder Kampf aktivieren, ohne dass uns Erholungspausen zur Verfügung stehen.

Zu den insbesondere in Großstädten stark verbreiteten Stressfaktoren gehören Lärm, Verkehr und Reklame.

Da sich bei negativen Stress die Aufmerksamkeit und die Konzentration stark verschlechtern, sind diese Stressoren insbesondere am Arbeitsplatz extrem störend.

Stressreaktionen werden auch durch negative Gefühle wie Ärger, Hass, Neid, Wut und Angst ausgelöst.

Stress bewältigen im Büroalltag

Wird ein Mitarbeiter von seinem Vorgesetzten zurechtgewiesen, setzt zumeist automatisch eine evolutionär bedingte Fluchtreaktion ein.

Sein Puls beschleunigt sich und seine Augen suchen nach nach Fluchtmöglichkeiten oder anderen Möglichkeiten zur Stressbewältigung.

Ist das Gespräch beendet, wird der Mitarbeiter die nächste Möglichkeit ergreifen das Büro zu verlassen, um beispielsweise ein paar Schritte an der frischen Luft zu machen.

Oder aber der Mitarbeiter zeigt die ebenfalls aus der Steinzeit stammende Kampf-Strategie. Zu deren typischen Symptomen gehören ein hoher Puls und ein flaues Gefühl im Magen, aber auch Gefühle des Mutes und der Stärke.

Der Punkt ist, dass diese Flucht- und Kampfreaktionen völlig automatisch ablaufen.

Unser Verstand ist bei dem extrem erhöhten Adrenalinspiegel in Folge einer starken Stressreaktion im Zweifelsfall komplett ausgeschaltet.

Unnatürlichen Stress bewältigen

Unter unnatürlichem Stress versteht man eine Reihe von Reaktionsmustern, die nicht mehr im Zusammenhang mit einer akuten Situation stehen, sondern bereits chronisch geworden sind.

Diese erscheinen uns oftmals gar nicht mehr, als unnatürlich, sondern als der „Normalzustand“.

Doch solch ein Fehlverhalten hat äußerst weitreichende Auswirkungen, die bis hin zu Strukturveränderungen in unserem Gehirn reichen.

Tatsächlich haben Neurobiologen nachgewiesen, dass durch chronischen Stress die Verbindungen der Synapsen der Gehirnzellen ihre Struktur dahingehend verändern, dass das stressbedingte Reaktionsmuster eingeprägt und somit körperlich verfestigt wird.

Zeitdruck und Stress bewältigen

Wenn ständiger Zeitdruck zum Normalzustand wird, kann dies zu einer gefühlsmäßigen Abstumpfung führen.

Der Betroffene kann im Extremfall gar nicht mehr sagen, ob es ihm gut oder schlecht geht, da er für solche Emotionen schlicht keine Zeit zu haben glaubt.

Solch eine Abstumpfung führt zudem oft zu einer verringerten Aufmerksamkeit gegenüber den eigenen Körpersignalen. Dies setzt einen Teufelskreislauf in Gang, der im Extremfall zum Burn-Out führt.

Damit es nicht erst so weit kommt, empfiehlt es sich rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und mit Hilfe einer allgemeinen Lebensumstellung und eines wirkungsvollen Entspannungstrainings einem totalen Zusammenbruch entgegenzusteuern.

Stress bewältigen – Körperliche Auswirkungen, wenn es missglückt den Stress zu bewältigen

Unter Stress kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol.

Eine chronische Stressbelastung führt zu einer Schwächung der Nebenniere und des Immunsystems.

Eine weitere mögliche Folge ist die Herunterreglung des limbischen Systems.

Dies führt zur emotionalen Erstarrung. Zudem wird im Gehirn die Funktion der Spiegelneuronen gehemmt, die für Gedächtnis, Lernfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis und Kreativität verantwortlich sind.

Dies hat zur Folge, dass wir in akuten Stresssituationen nicht in der Lage sind kreative Auswege zu finden.

Ein Teufelskreislauf setzt ein, der auf längere Sicht in den Burn-Out führt.

Deshalb ist es ratsam bei starkem Stress auf eine der unter „Entspannungstraining“ beschrieben Techniken zurückzugreifen.